Blick auf die Karlsbrücke

Städtereise nach Prag: Tag 1

Es muss nicht immer eine mehrwöchige Flugreise sein! Auch kurze Ausflüge in eine andere Stadt, in die Berge oder ein paar Tage zu Besuch bei Freunden können mich mein Fernweh vergessen lassen! Deswegen habe ich auch das letzte verlängerte Wochenende genutzt, noch einen Urlaubstag drangehängt und einen Kurztrip nach Prag unternommen.

Supergünstig von München nach Prag

Viele Wege führen nach Prag: Man kann mit dem Auto fahren, sich in den Reisebus setzen, den Zug nehmen oder das komfortable Flugzeug wählen. Und wir zogen alle diese Optionen in Betracht. Allerdings fiel die Entscheidung wirklich nicht allzu schwer. Der Flug war deutlich zu teuer, die Reise mit dem Bus auch nicht sonderlich günstig und auf eine lange Autofahrt auf den verstopften Straßen in der Hauptreisezeit hatten wir wenig Lust. Außerdem entdeckten wir ein unschlagbares Angebot für die Zugfahrt: Ich zumindest habe noch nie vorher vom Bayern-Böhmen-Ticket gehört. Die Fahrkarte kostet 26,00 Euro pro Person und für jeden weiteren Mitreisenden einen Aufschlag von 5,60 Euro. Mit dem Ticket kann man den kompletten Regionalbahnverkehr in ganz Bayern, sowie in einem Teil Tschechiens nutzen. In unserem Fall galt das Ticket bis zur Haltestelle Pilsen. Dort kauften wir für 3,70 Euro pro Person beim Schaffner ein Anschlussticket nach Prag. Die komplette Fahrt kostete uns also lediglich 19,50 Euro pro Person.

Die Zugfahrt: Sind wir bald da???

Im Alex von München nach Prag

Im Alex von München nach Prag

Am Freitag morgens um kurz nach 9.00 Uhr ging es dann in München am Hauptbahnhof los. Dass wir nicht die einzigen waren, die einen Wochenentrip geplant hatten, wurde uns schnell bewusst. Wir waren zwar eine viertel Stunde vor Abfahrt am Bahnhof, hatten aber dennoch ziemlich Mühe zwei freie Plätze zu finden. Eigentlich mag ich die Alex-Züge mit ihren abgetrennten Abteilen, den weichen bequemen Sitzen und den Vorhängen total gern. Dieses Mal tat ich mir aber echt ein bisschen schwer, die Fahrt zu genießen: Der Zug platzte aus allen Nähten, das Fenster ließ sich nicht öffnen, das Klo in unserem Wagon stank erbärmlich und im einen Nachbararbteil neben uns betrank sich lautstark eine Gruppe Hooligans. Im anderen kreischte eine Horde Teenies zu den wirklich grauenhaftesten Liedern, die der deutsche Schlager so hergibt. Allen voran natürlich Helene Fischer… Ich muss zugeben, die eineinhalb Stunden Verspätung aufgrund von Gleisbauarbeiten haben mich nicht unbedingt glücklicher gemacht… Aber genug gejammert: Der Blick aus dem Fenster war die Zugfahrt trotzdem wert. Vorbei an kleinen moorigen Seen, hübschen Orten, über Brücken und durch dichte grüne Wäler rumpelte der Zug Richtung Prag. Gegen 16:00 Uhr nachmittags erreichten wir dann endlich den Prager Hauptbahnhof.

Geld tauschen oder abheben?

Gerade angekommen, machten wir schon den ersten Fehler… der wahrscheinlich nicht passiert wäre, wenn wir uns vorher ein bisschen informiert hätten. Sei es drum: Wenn du das jetzt liest, machst du ihn dann hoffenltich nicht auch :)! Auf dem Weg zu unserem Hotel beschlossen wir, Geld abzuheben, um für die nächsten Tage Bargeld in der Tasche zu haben. So suchten wir uns den nächsten Automaten und hoben zusammen etwa 160 Euro ab… zum Wechselkurs von 23 tschechischen Kronen pro Euro. Und dabei waren wir uns total sicher, dass das sicher ein besserer Kurs sei, als der der Wechselstuben. Pustekuchen! Es ist genau umgekehrt! So hätten wir in einer Wechselstube für einen Euro 27 tschechische Kronen bekommen… Wenn ich das gerade so schreibe, ärgere ich mich noch mal ein bisschen über unsere Dummheit. Es macht definitiv Sinn den jeweiligen Wechselkurs vor einer Reise zu checken!

Unsere Unterkuft: “Wohnen wir alleine hier?!?”

Nach einem etwa 25 minütigen Spaziergang vom Bahnhof kamen wir  bei unserem Hotel an: dem Aparthotel Sibelius. Unser Zimmer hatten wir spontan einige Tage zuvor über die Booking.com-App gebucht. Das Hotel war gut bewertet, liegt verhältnismäßig zentral und war außerdem mit 30 Euro pro Person pro Nacht echt bezahlbar. Ich muss gestehen, die Fotos vom Hotel habe ich mir nicht genau angesehen. Umso überraschter waren wir, als wir unser “Zimmer” aufschlossen. Uns erwartete eine wirklich riesige Altbauwohung inklusive einem wunderschönen Fischgrätenparkett, hohen Decken und Flügeltüren mit: Schlafzimmer, Wohnzimmer, Wohnküche, Bad und seperater Toilette. Wir waren total baff. Und ich habe echt mehrere Stunden gebraucht um zu glauben, dass die Wohnung wirklich für uns allein war, und da nicht noch andere Gäste dazukommen würde :D. Wirklich ein absoluter Glücksgriff! Ich kann das Hotel nur weiterempfehlen! Die Wohnung was super sauber, das Bett total bequem und die Straße vor dem Haus wenig befahren ! Und ein kleiner Tipp am Rande: Nur etwa 20 m vom Hotel entfernt, befindet sich ein kleines vietnamesisches Restaurant, das ich wirklich super fand! Hier gibt es super günstig tolles Sushi und andere leckere Gerichte und der Besitzer ist wirklich wahnsinnig nett!

Abendspaziergang durch die Altstadt

Statuen im Waldsteingarten

Statuen im Waldsteingarten

Nach einer kleinen Verschnaufpause machten wir uns auf den Weg hinunter zur Moldau. Zu Fuß braucht man etwa eine knappe halbe Stunde für den Weg. Wir spazierten einige Meter am Fluß entlang und schauten den zahlreichen Ausflugsbooten zu, wie sie sich hupend einen Weg durch die zahlreichen Tretboote bahnten. Einige Male musste ich echt wegschauen, weil es so knapp zu sein schien. Das erste Highlight unseres Rundgangs war die alte steinerne Karlsbrücke, die die Altstadt mit der sogenannten Kleinseite verbindet. Alle paar Meter stehen große steinerne Statuen von verschiedenen Heiligen, die mahnend auf die vorbeströmenden Touristenmassen zu blicken scheinen. Dazwischen drängen sich zahlreiche Stände und ihre geschäftigen Verkäufer, die versuchen den üblichen Touri-Krims-Krams an die Frau oder den Mann zu bekommen. Natürlich gibt es hier auch Portraitmaler, Musiker und Artisten. Mir persönlich war es viel zu voll und überlaufen. Aber das ist wohl der Preis, wenn man sich genau für ein verlängertes Wochenende in der Hauptreisezeit entscheidet. Auf der Kleinseite schlenderten wir in nördlicher Richtung durch die engen Gassen. In der Letenská-Straße entdeckten wir auf der linken Seite zufällig den Palastgarten des Senats des Parlaments der Tschechischen Republik, auch Waldsteingarten genannt. Hier gibt es neben kleinen verwunschenen Wegen zwischen hohen perfekt geschnittenen Hecken einige kleine Brunnen, einen großen angelegten Teich, eine künstliche Tropfsteinhöhe sowie zahlreiche Statuen antiker Sagenhelden. Ein Abstecher hierher lohnt sich!

Nach unserem kleinen Abstecher in den Park, wechselten wir über den Manes-Brücke wieder die Flussseite um das jüdische Viertel zu erkunden. Eigentlich wollten wir den alten jüdischen Friedhof besichtigen. Leider war er schon geschlossen. Durch eine kleine Luke einer kleinen Eisentür in der Steinmauer konnten wir aber einen Blick auf die berühmte Ruhestätte erhaschen. Hier stehen die über 12.000 Grabsteine wirklich dicht an dicht. Auf einer Fläche von etwa einem ha wurden hier angeblich über 100.000 Menschen beerdigt. Der Grund dafür, dass der Friedhof trotzdem nie erweitert wurde, ist der Platzmangel im früheren jüdischen Ghetto. Mittlerweile gibt es einen weiteren jüdischen Friedhof in Prag.

Nur wenige Gehminuten durch die wunderschönen, mit Kopfsteinpflaster ausgelegten Straßen, gelant man in südöstlicher Richtung zum größten Marktplatz in Prag: dem Altstädter Ring. Hier befindet sich unter anderem das historische Rathaus der Stadt sowie zahlreiche hübsche, bunt angestrichene Barock- und Rokoko-Häuser. Irgendwie hat mich der Platz mit seinen alten Gebäuden und den Kutschen für die Touristen sehr an Wien erinnert. Am Rand des Platzes sorgen zahlreiche Buden mit regionalen Köstlichkeiten für das leibliche Wohl. Ich habe mich dann auch gleich mal mit einem Cider und einer tschechischen Bratwurst mit Schwarzbrot gestärkt! Kann ich wirklich sehr empfehlen :)! Und auch während des Essens am Stehtisch gab es einiges zu sehen! Ein Seifenblasenküstler begeisterte mittem auf dem Platz nicht nur die vor Freude kreischenden Kindern, sondern lockte auch manchen Erwachsenen aus der Reserve. So ertappten sich einige dabei, wie sie begeistert hinter einer der großen Blasen hinterhersprangen um sie mit dem Finger zum Platzen zu bringen.
Auf dem Heinweg kehrten wir dann noch in eine nette Bar in der Nähe unseres Hotels, das Zlutá Pumpa. Wem Lautstärke nichts ausmacht, findet hier eine nette lockere Atmosphäre, günstige Getränke und einen alternativen Flair.

 

 

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6 Comments

  • Monya

    18. August 2016 at 17:55

    Hi Sandra,

    ein richtig toller Artikel über Prag – ich muss zugeben, ich war noch nie selbst dort.

    Die Tropfsteinhöhle sieht ja total cool aus! Ich steh auf solche Sachen total 🙂

    Echt verrückt, wie günstig man manchmal reisen kann, wenn man sich nur etwas informiert!

    Übrigens finde ich deinen Beutel sehr schön – wo hast du den denn her? Hat er eine Innentasche?

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    • Sandra_Ohse

      18. August 2016 at 18:28

      Hey Monya,
      danke für das Kompliment!Du solltest auf jeden Fall mal nach Prag fahren!Es ist soooo schön da! Den Beutel hab ich in Thailand in Bangkok in der Kao San Road gekauft.Der hat zwar außen eine Reißverschlusstasche aber innen leider keine.
      Viele liebe Grüße,
      Sandra

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  • Ilona

    19. August 2016 at 9:22

    Die Karlsbrücke ist IMMER voll, auch in der Nebensaison (ich war das letzte Mal in einem November dort… ). Du musst Nachts hin – oder ganz früh am Morgen. Dann hast du sie nur für dich 🙂

    Das Bayern-Böhmen-Ticket kannte ich sogar, aber das der Alex nach Pilsen fährt ist gut zu wissen – das steht dieses Jahr nämlich noch an 🙂

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