Blick vom weißen Buddah über Pai

Pai: Wo die Hippies Urlaub machen

Um mal ein bisschen aus der Stadt rauszukommen und endlich mehr von der unbeschreiblich schönen Landschaft Thailands zu sehen, beschlossen wir, einen Ausflug in das Bergdorf Pai zu unternehmen und dort zu entspannen. In diversen Reiseberichten wurde das kleine Dorf als eine Oase der Entspannung beschrieben.

Die Fahrt nach Pai

Radfahren in Pai

Radfahren in Pai

An der Rezeption unseres Hotels in Chiang Mai buchten wir also die zweistündige Fahrt. Der Fahrer des Minibusses holte uns früh am Morgen direkt bei unserer Unterkunft ab. In weiser Voraussicht nahm ich noch eine Tablette gegen Reiseübelkeit, denn ich hatte gehört, dass die Strecke über eine Bergstraße mit hunderten Kurven führt und sich Reisende regelmäßig übergeben müssen. Leider habe ich meinen Mitfahrern keine Tabletten angeboten. Ein alter Thai, der schräg neben mir saß, erbrach sich bereits nach einer halben Stunde mitten ins Auto. Offensichtlich hatte er nicht nur einen extrem schlechten Magen, sondern auch kurz vor der Fahrt eine riesige Portion Fischsuppe gegessen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie das gestunken hat. Auch mehrere Plastiktüten konnten die Situation nicht mehr retten. Lediglich ein Schal vor dem Gesicht und Tigerbalsam unter der Nase haben mich davor bewahrt, es ihm gleichzutun und mir mein Frühstück noch mal durch den Kopf gehen zu lassen. Mein Tipp hier: Möglichst weit hinten sitzen, dann kann dir niemand in den Nacken kotzen ;).

Als wir endlich in Pai ankamen, war ich fertig mit den Nerven. Mir war von dem Gestank im Auto ganz schlecht und es war unglaublich heiß. Dementsprechend war auch meine Laune. Und auch von Pai war ich auf den ersten Blick enttäuscht. Kleine, nicht sonderlich hübsche Häuser, ein Hippie-Café neben dem anderen und Massen an Backpackern. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Ich hat ein ursprüngliches Dorf und nicht das Hippie-Disneyland erwartet.

Pai

Meine Laune steigerte sich aber, als wir an unserem Hotel ankamen: das Baan Chokdee Resort. Hier bezogen wir einen wunderschönen Bungalow direkt am Pool. Auch das Zimmer hat mir wahnsinnig gut gefallen. Überall waren Bilder per Hand auf die Wand gemalt. Der Stil war zwar nicht ganz mein Geschmack, aber es war einfach sehr liebevoll gestaltet. Dieser schöne Ort hat mich definitiv für die Strapazen der Busfahrt entschädigt – und der Sprung in den Pool ebenfalls.

Mit den kostenlosen Fahrrädern des Hotels radelten wir zu einem nahegelegenen Berg auf dem eine riesige weiße Buddhastatue thront. Von hier aus blickten wir über das Bergtal und genossen mit zahlreichen anderen jungen Backpackern den wunderschönen Sonnenuntergang. Der Ausblick hat mich dann doch  mit Pai versöhnt und ich konnte die Zeit anschließend deutlich mehr genießen.

Stufen zum Wat Phra That Mae Yen

Stufen zum Wat Phra That Mae Yen

Anschließend erkundeten wir den Ort und tranken das eine oder andere Chang in einer der vielen Bars im Ort. Das Stadtbild ist von den diversen Diskos, Open-Air-Kneipen und Clubs geprägt. Überall ist Goa-Musik, Raggae und Techno zu hören, und Drogen sind allgegenwärtig. So liefen uns diverse total zugedröhnte Leute über den Weg. Wer auf der Suche nach einem beschaulichen und ruhigen Bergdorf ist, ist hier fehl am Platz.

Zum Glück fanden wir neben dem ganzen Goa-Wahnsinn eine sehr lustige kleine Punk-Kneipe, die wir an diesem Abend auch nicht mehr verließen. Hier kamen wir nicht nur mit dem Barkeeper ins Gespräch, sondern lernten auch einen Basken, zwei Deutsche und eine Französin kennen. Ein großartiger Abend, den ich so schnell sicher nicht vergessen werde und eine großartige Bar, die ich nur jedem empfehlen kann, der sich in Pai nach Gitarrenmusik sehnt ;).

Am nächsten Tag habe ich eine Pause am Pool eingelegt, während Katha einen Radausflug zu einem nahegelegenen chinesischen Dorf machte. Nachdem sie mir später die Fotos zeigte, ärgerte ich mich sehr, nicht mitgekommen zu sein. Es gibt in der Nähe von Pai einfach sehr viel zu entdecken. Die Stadt selbst konnte mich bis zum Schluss nicht vollkommen überzeugen.

 

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